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Bedarfsgerecht finanzierte geriatrische Versorgung ist nicht Teil des Kostenproblems, sondern entlastet Pflege- und Sozialversicherung

Angesichts der hochkritischen wirtschaftlichen Lage der Pflegeversicherung weist der Bundesverband Geriatrie auf die große Bedeutung bedarfsorientierter geriatrischer Versorgung hin.

Neu aufgenommene Regelung zur Fallzusammenführung gefährdet – wahrscheinlich ungewollt – unmittelbar die geriatriespezifische Versorgung in Deutschland

Im Rahmen des Gesetzentwurfes zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz vom 05.07.2026 sollen die Paragrafen 8 und 9 des Krankenhausentgeltgesetzes (KHEntgG) geändert werden. Die Regelungen hinsichtlich der Fallzusammenführung sollen nicht wie bisher vorgesehen durch die Vertragsparteien auf Bundesebene bis zum 30. Juni 2027 nur geprüft und ggf. erweitert werden. Der geänderte Gesetzentwurf enthält seit der Ergänzung vom 05.07.2026 explizite Regelungen, die Fallzusammenführungen vorschreiben. Ergänzt wird die Regelung um die Vorgabe, dass die Vertragsparteien auf Bundesebene Ausnahmen von der Fallzusammenführung vereinbaren sollen, soweit eine Fallzusammenführung nicht wirtschaftlich geboten oder nicht medizinisch vertretbar ist. Die neue Regelung greift elementar in die heutige geriatriespezifische Versorgungsstrukturen im Bereich der Krankenhausversorgung ein. Aus Sicht des Bundesverbandes Geriatrie e.V. müssen Verlegungen, die zur sachgerechten medizinischen Weiterversorgung erfolgen, daher explizit und unmittelbar im Gesetz von der geplanten Neuregelung ausgenommen werden.

Betagte und Hochbetagte spielen in der Gesundheitspolitik keine Rolle – demografischer Wandel wird ignoriert

Auch die jüngste Verhandlung zwischen Bund und Ländern scheint an der Missachtung der künftigen Versorgungsrealitäten nichts zu verändern. Der Bundesverband Geriatrie kritisiert, dass in allen aktuellen Reformprozessen – vom GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz über die Notfallreform bis hin zur Krankenhausreform – die Belange betagter und hochbetagter Menschen keinen Niederschlag finden.

Geriatrische Rehabilitation wird zwischen gesundheitspolitischen Vorhaben aufgerieben

Der Bundesverband Geriatrie befürwortet den Beschluss der 99. Gesundheitsministerkonferenz in Hannover, Prävention stärker als strukturelle Aufgabe der Gesundheitspolitik zu verankern. Allerdings drohe die Rehabilitation – ein wesentlicher Bestandteil gesundheitlicher Prävention – derzeit zwischen GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG), Intensivpflege- und Rehabilitationsstärkungsgesetz (GKV-IPReG) sowie Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) aufgerieben zu werden. Dies betreffe die geriatrische Rehabilitation besonders, so Geschäftsführer Dirk van den Heuvel: „Das BStabG widerspricht nicht nur den Regelungen des GKV-IPReG, sondern steht auch konträr zu den Zielen des PNOG, die Versorgung pflegebedürftiger Menschen stärker präventions- und rehabilitationsorientiert auszugestalten.“

REHA-Rechtstag jetzt online buchbar

Am 30. November findet der diesjährige REHA-Rechtstag in der Evangelischen Akademie Frankfurt statt. Diese zentrale Plattform zum Austausch und zur Diskussion aktueller sozial- und rehabilitationsrechtlicher Fragen ist eine gemeinsame Veranstaltung von BV BFW, BV Geriatrie, DEGEMED und DVfR. Die wissenschaftliche Leitung haben Prof. Dr. Felix Welti (Kassel) und RAin Charlotte Guckenmus (Frankfurt/Main), die den REHA-Rechtstag auch moderieren werden.