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Starre Vorgaben für die Anzahl der Pflegekräfte in Krankenhäusern und Fachabteilungen werden dem Pflegebedarf und damit
der Patientensicherheit nicht gerecht.

Berlin, 06. Oktober 2020 – Seine Forderung, flexible und bedarfsgerechte Kriterien bei der Pflegepersonalbemessung anzuwenden, hat der Bundesverband Geriatrie jetzt bekräftigt. Anlass ist die Verordnung für die Pflegepersonaluntergrenzen (PpUG) für das Jahr 2021 des Bundesgesundheitsministeriums (BMG), in der ab 2021 in vier weiteren stationären Bereichen Pflegepersonaluntergrenzen eingeführt werden. In den geriatrischen Fachabteilungen und Krankenhäusern gelten diese Vorgaben bereits seit 2019. „Die spezifische Situation in der Geriatrie – nämlich die Multimorbidität betagter und hochbetagter Patienten sowie der stark variierende Betreuungsaufwand – führt zu einem komplexen Versorgungsbedarf, der sich mit starren Personaluntergrenzen nicht sachgerecht gewährleisten lässt“, betont Dirk van den Heuvel, Geschäftsführer des Bundesverbandes Geriatrie e.V. in Berlin.

 

Flexibilität statt starrer Vorgaben

Damit sich diese Gegebenheiten im Klinikalltag angemessen berücksichtigen lassen, bestätigt der Verband zugleich die Forderung nach einem flexiblen Instrument, um den Personalbedarf angemessen einzuschätzen. Mit dem Personalbemessungsinstrument PPR 2.0 der Deutschen Krankenhausgesellschaft, des Deutschen Pflegerats und der Gewerkschaft ver.di liegt seiner Auffassung nach ein geeignetes System vor, um den Bedarf an Pflegepersonal realistisch abzubilden und die aktuellen fachlichen Entwicklungen zu berücksichtigen. „Damit wurde ein unbürokratisches Rechenmodell für realistische Pflegezeiten entwickelt“, so van den Heuvel. „Seine baldige Anwendung würde nicht nur die Pflegekräfte entlasten, sondern auch bei den Patienten für eine bessere Versorgung sorgen.“ Es wäre mehr als wünschenswert, dass die Pflegepersonaluntergrenzen möglichst zeitnah durch die Einführung des Pflegepersonalbemessungsinstruments PPR 2.0 abgelöst werden.

 

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