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Die diesjährige Frühjahrstagung des Bundesverbandes Geriatrie (BV Geriatrie) am Dienstag, den 13. Mai, in Berlin machte deutlich, dass das Thema Finanzierung die Geriatrie in Zukunft eine große Herausforderung bedeutet, die es zu meistern gilt. Agnes Hartmann, Vorstandsmitglied des BV Geriatrie, führte die rund 120 Teilnehmer durch das Tagungsprogramm, das unter dem Motto Finanzierung stand.

Bisher ist nicht absehbar, inwieweit sich das im November 2018 vom Bundestag verabschiedete Pflegepersonal-Stärkungsgesetz – insbesondere die Ausgliederung der Pflegepersonalkosten aus dem DRG-System ab 2020 – finanziell auf geriatriespezifische Einrichtungen auswirken wird.

FJT Hartmann

„Die Ausgliederung der Pflegekosten aus dem DRG-System könnte viele Einrichtungen vor ungeheure Liquiditätsprobleme stellen. Die Einführung eines krankenhausindividuellen, bedarfsorientierten Pflegebudgets sowie die Einführung sanktionsbewehrter Personaluntergrenzen für pflegesensitive Bereiche gleicht einem Hütchenspiel“, sagte Hartmann (Foto: ©BV Geriatrie).

 

FJT Veer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Vorstandsvorsitzende des BV Geriatrie, Ansgar Veer, beleuchte in einem Impulsreferat mögliche Auswirkungen des Pflegepersonal-Stärkungsgesetzes für die Geriatrie. „Der Vorstand und die Geschäftsstelle des BV Geriatrie sind intensiv mit dieser Thematik beschäftigt und erarbeiten ein alternatives Konzept zur Sicherstellung der Finanzierung der geriatrischen frührehabilitativen Komplexbehandlung im Krankenhausbereich, falls es zu den befürchteten Auswirkungen kommen sollte“, versicherte Veer (Foto: © BV Geriatrie).

 

Wie die neue Pflegefinanzierung ab 2020 und der dazugehörige Verhandlungsfahrplan der Selbstverwaltung genau aussieht, erläuterte Stefan Koerdt, Deutsche Krankenhausgesellschaft. Gemäß des Verhandlungsfahrplan sollen ein überarbeiteter DRG- sowie Pflegeerlöskatalog im Herbst 2019 vorliegen. Im Anschluss sprach Meinolf Moldenhauer, GKV-Spitzenverband, über neue Regelungen zum Entlassmanagement in Rehabilitationseinrichtungen. Er klärte spezifische Umsetzungsfragen unter anderem zu Aufbewahrungsfristen, Verordnung von Betäubungsmitteln und Wirtschaftlichkeitsprüfungen.

Prof. Dr. Heinz Janßen, Hochschule Bremen – Institut für Gesundheits- und Pflegeökonomie IGP, stellte die Ergebnisse des Forschungsprojektes „Ermittlung des allgemeinen Rehabilitationsbedarfs und Evaluation Mobiler Geriatrischer Rehabilitation in stationären Pflegeeinrichtungen und der Kurzzeitpflege“ vor. Dr. Martin Albrecht, IGES Institut, berichtete anhand von ausgewählten Fallbeispielen über eine vom IGES Institut durchgeführte Studie, die Perspektiven einer sektorenübergreifenden Vergütung ärztlicher Leistungen aufzeigt. Auch Roman Kliemt, Wissenschaftliches Institut für Gesundheitsökonomie und Gesundheitssystemforschung, zeigte anhand eines Modellprojektes zur Versorgung psychisch erkrankten Menschen nach Paragraf 64b SGB V alternative Finanzierungsansätze auf. Aktuelle Überlegungen zur Finanzierung der medizinischen Rehabilitation der Deutschen Rentenversicherung umriss Christof Lawall von der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation (DEGEMED) in seinem Vortrag.

Zum Abschluss erläuterte Andrea Lemke, Deutscher Pflegerat, die neuen Rahmenbedingungen zu den Personaluntergrenzen in der Geriatrie.
In ihrem Fazit bedankte sich Hartmann für das kontinuierliche Interesse der Mitglieder an der Frühjahrstagung und sprach eine Einladung für die diesjährige Mitgliederversammlung des Bundesverbandes Geriatrie am 27./28. November in Bremen aus.