Im Zuge des Gesetzgebungsverfahrens zum Pflegepersonal-Stärkungsgesetz (PpSG) hat der Bundesverband Geriatrie e.V. (BV Geriatrie) im vergangenen Jahr wiederholt die Einführung eines Instruments zur Ermittlung einer bedarfsgerechten Pflegepersonalausstattung gefordert. Aus Sicht des Verbandes führen die seit Anfang 2019 in der Geriatrie geltenden Pflegepersonaluntergrenzen nicht zu einer qualitativen Verbesserung in der Krankenhauspflege geriatrischer Patienten. Umso mehr begrüßt der BV Geriatrie die am 20. März 2019 von der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) veröffentlichten Eckpunkte zur Pflegepersonalausstattung und -finanzierung im Krankenhaus.

Mit dem vorliegenden Eckpunktepapier der DKG sieht der BV Geriatrie seine Position zur Ablehnung starrer Pflegepersonaluntergrenzen und die Forderung nach einem Personalbemessungsinstrument bestätigt: „Die Einschätzungen aus den Mitgliedseinrichtungen des Verbandes knapp drei Monate nach Inkrafttreten der Personaluntergrenzen zeigen, dass diese nicht geeignet sind, eine kontinuierliche Versorgungsqualität zu gewährleisten. Dies gilt insbesondere mit Blick auf das Pflegekonzept der Aktivierend-therapeutischen Pflege in der Geriatrie (ATP-G) und seinen ohnehin hohen Zeit- und Personalaufwänden“, sagte Dirk van den Heuvel, Geschäftsführer des BV Geriatrie. „Vielmehr gehen mit den Untergrenzen fehlsteuernde Effekte und durch die Nachweis- und Übermittlungspflichten enorme administrative Aufwände für die betroffenen Einrichtungen einher“, erklärte van den Heuvel.

Die DKG beabsichtigt, gemeinsam mit Deutschem Pflegerat, Pflegekammern und Gewerkschaften ein Personalbemessungsinstrument für das gesamte Krankenhaus (Ganzhausansatz) zu entwickeln. Der BV Geriatrie hat in der Vergangenheit bereits eine geriatriespezifische Pflegepersonalregelung (PPR GER) unter besonderer Berücksichtigung der zeitlichen und pflegepersonellen Aufwände zur Anwendung der ATP-G entwickelt. Die nun von der DKG erklärte Absicht versteht der BV Geriatrie als Bestätigung dieser Entwicklungsarbeit und als Anerkenntnis der Krankenhausträger, auch in Zukunft eine hochwertige, bedarfs- und patientengerechte Versorgungsqualität gewährleisten zu wollen.

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