Wir nehmen Interessen wahr, entwickeln fachliche Grundlagen und arbeiten mit der Politik zusammen

Als Bundesverband Geriatrie sehen wir unsere Aufgabe in der fachorientierten Interessenwahrnehmung und -vertretung und der Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden von Bund und Ländern.

Zudem sind wir der Ansprechpartner für den GKV-Spitzenverband, die Verbände der Kostenträger sowie der medizinischen Fachgesellschaften.

Die Sacharbeit leisten dabei – neben dem ehrenamtlichen Vorstand und der hauptamtlich tätigen Geschäftsstelle – verschiedene zu einzelnen Themen eingerichtete Arbeits- und Projektgruppen, wobei die Arbeit regelmäßig in enger Kooperation und Abstimmung mit unseren Mitgliedseinrichtungen erfolgt. Darüber hinaus sind wir in eine Vielzahl von verbandsübergreifenden Arbeitsgruppen und Projekten involviert.

Wir sensibilisieren die Öffentlichkeit für eine qualitativ hochwertige Versorgung in der Geriatrie

Es ist unser Anliegen, für eine qualitativ hochwertige, fachübergreifende medizinische Versorgung älterer Menschen in der Öffentlichkeit eine entsprechende Sensibilität und zugleich auch den – angesichts der demografischen Entwicklung notwendigen – Stellenwert zu schaffen. So ist der Bundesverband Geriatrie regelmäßig auf öffentlichen Fachveranstaltungen und -tagungen mit altersmedizinischem Bezug vertreten, aber auch mit einschlägigen Publikationen wie dem Weißbuch Geriatrie richten wir uns an eine breite Öffentlichkeit. Darüber hinaus sind wir Ansprechpartner für Journalisten aus dem TV- und Printbereich.

Wir fördern die Zusammenarbeit unserer Mitgliedseinrichtungen

Wir fördern die Zusammenarbeit und den Erfahrungsaustausch der Mitgliedseinrichtungen untereinander. Ziel ist dabei unter anderem die Sicherung und Weiterentwicklung der Versorgungsqualität innerhalb der Geriatrie.

Um dieses Ziel zu erreichen, entwickelten wir bereits kurz nach Gründung des Verbandes Qualitätskriterienkataloge – und betraten damit auf dem Gebiet der Geriatrie Neuland.

Mit dem Geriatrischen Versorgungsverbund hat der Bundesverband Geriatrie ein abgestuftes Versorgungsmodell entwickelt, mit dem eine bedarfsgerechte und flächendeckende geriatrische Behandlungskompetenz auf den verschiedenen Versorgungsebenen etabliert wird. Die Kombination eines geriatriespezifischen Versorgungszentrums mit einem sektorenübergreifenden Versorgungsnetzwerk gewährleistet dabei einheitliche Qualitäts- und Versorgungsstandards – unabhängig vom Behandlungsort können so eine geriatrische Anamnese und daraus folgend eine zielgerichtete Therapie erfolgen.

Wir entwickeln Qualitätskriterien und messen Qualität

Die Qualitätsanforderungen an geriatrische Einrichtungen und Behandlungsinhalte entwickeln wir kontinuierlich weiter. Die Erfahrungen flossen 2005 in die Entwicklung eines eigenen Qualitätssiegels Geriatrie ein. Die Geriatrien in Deutschland haben so die Möglichkeit, ihren hohen Qualitätsstandard von einer unabhängigen Zertifizierungsgesellschaft fachspezifisch prüfen und zertifizieren zu lassen.

Zur inhaltlichen Absicherung und Unterstützung dieser Qualitätsbestrebungen entwickelten wir außerdem ein Daten- und Vergleichssystem mit Namen GEMIDAS. An seiner weiterentwickelten Form Gemidas Pro beteiligen sich heute annähernd die Hälfte der im Verband organisierten Mitgliedseinrichtungen. Durch das Programm erhalten wir auf einer fest definierten Datenbasis Auskunft über die Struktur der geriatrischen Versorgung in Deutschland. Die Mitgliedseinrichtungen können ihre Leistungen und Strukturen mit anderen vergleichbaren Einrichtungen einordnen und bewerten.

Der Bundesverband begleitet seit dessen Einführung die Entwicklung bzw. Evaluierung das QS-Rehaverfahrens im Bereich Rehabilitationseinrichtungen. Dieses gesetzlich verpflichtende, bundesweite Qualitätssicherungsverfahren birgt gerade im Bereich der Geriatrie viele verfahrenstechnische Herausforderungen, die sachgerecht im Sine der Patienten gelöst werden müssen. Hier werden wir uns entsprechend in die Diskussion auf Ebene der Spitzenverbände einbringen.

Wir kümmern uns um Aus-, Fort- und Weiterbildung des Fachpersonals

Besonderen Wert legen wir auf die Aus-, Fort- und Weiterbildung des Fachpersonals. Vor diesem Hintergrund bieten wir eigene Fachtagungen, Schulungsveranstaltungen und die Fortbildung Zercur (Zertifiziertes Curriculum Geriatrie) an. Bereits kurze Zeit nach seiner Einführung hat sich Zercur Geriatrie zu einer Basisfortbildung im Bereich der Geriatrie entwickelt und gilt heute als Standard für die Vermittlung der im Bereich der Altersmedizin besonderen Aspekte.

Wir setzen uns für den Erhalt rehabilitativer Maßnahmen ein

Wird ein älterer, multimorbider Patient in einer geriatrischen Einrichtung unmittelbar nach der Akutbehandlung auch rehabilitativ behandelt, steigen die Chancen, Pflegebedürftigkeit zu vermeiden. Damit kann eine Einweisung in ein Heim verhindert oder hinausgezögert werden – die selbstständige und selbstbestimmte Lebensführung wird also erhalten und gefördert.

Darüber hinaus können Rehabilitationsmaßnahmen nach der Behandlung im Krankenhaus langfristig auch dazu beitragen, wirtschaftliche Mittel im Gesundheitssystem zu sparen. Der einzelne ältere Mensch gewinnt also ein großes Stück Lebensqualität, während gesellschaftspolitisch die vorhandenen finanziellen Ressourcen dem im Sozialgesetzbuch normierten Wirtschaftlichkeitsprinzip entsprechend eingesetzt werden können.

Unser Beitrag zur Weiterentwicklung des Entgeltsystems

Besondere Initiative ergreifen wir im Hinblick auf die Weiterentwicklung des Entgeltsystems im Krankenhaussektor (Fallpauschalenkatalog oder Diagnosis Related Groups = DRG-System). Die Geriatrie lässt sich aufgrund ihres breiten Behandlungsspektrums nur schwer leistungsgerecht abbilden.
Der Bundesverband Geriatrie wirkt als Partner der von der Politik beauftragten offiziellen Stellen intensiv an einer pragmatischen und den Versorgungserfordernissen angepassten Weiterentwicklung dieses Finanzierungssystems mit. Dabei erarbeiten wir u. a. auch mit wissenschaftlicher Unterstützung konkrete Ergänzungsvorschläge für die Geriatrie. So konnten wir in der Vergangenheit bereits zahlreiche geriatriespezifische Ergänzungen im Entgeltsystem fest verankern.